Ernährungsrat


Gemeinsam mit Vertretern von Transition Town Frankfurt, Slow Food, Echt Hessisch, der SOLAWI Frankfurt, dem Umweltdezernat und Energiereferat der Stadt Frankfurt am Main arbeiten wir seit einigen Monaten am Aufbau eines Ernährungsrates für Frankfurt. Unser Verein fungiert als Träger des Ernährungsrates.

Mit der Erlangung unserer Ernährungssouveränität möchten wir nicht nur für den Konsum guter Lebensmittel eintreten, sondern vor allem für Lebensmittel aus regionaler und saisonaler Produktion, die im Vordergrund stehen sollen. Hierzu müßen logistische Herausforderungen gelöst werden. Viele Bio Bauern und regionale Anbieter möchten ihre Produkte in den Städten vermarkten, sei es durch Direktvermarktung, auf Bauernmärkten, in Bio Läden oder in ausgewählten Reformhäusern und Einzelhandelsgeschäften. Auf dem Land sind Initiativen zu unterstützen und zu vernetzen, die ihre Waren in die Stadt bringen möchten. Hierzu bedarf es einer Logistik, bei der auch Aspekte der Klimaproblematik zu berücksichtigen sind. Bauern müßen sich zur Vermarktung zusammenschliessen. Ab der Stadtgrenze soll versucht werden Produkte komplett klimaneutral zu transportieren. Hierzu sollen Lastenräder (mit und ohne Kühlelemente) eingesetzt werden. Auch muß die Stadt durch Lagerräume zum Austausch der Waren in den einzelnen Stadtteilen erschlossen werden. Austauschnetzwerke sind hier Food-Koops, Stadtteilgruppen, SOLAWIS und weitere Initiativen.

Der Ernährungsrat Frankfurt wird sich mit den Themen der Ernährung beschäftigen, die durch die aktiven Bürger*innen gewünscht werden. Ziel ist hierbei ein großes Netzwerk Aktiver zu schaffen.

Teil der städtischen Ernährung soll verstärkt auch durch Urban Gardening Projekte, sowie die bestehenden Kleingärten erfolgen. Gerade Kleingärtner können Teile der Stadtbevölkerung mit saisonalen Produkten versorgen. Auch hierzu werden Netze gewoben und beispielhaft Tauschbörsen geschaffen. Überzählige Produkte sollen an Menschen weitergegeben werden, die sich Bioware nicht leisten können.

Der Ernährungsrat möchte der Stadtverwaltung helfen, regionale Produkte in ausreichender Menge zu beschaffen, um Kitas und Schulen besser als bisher zu versorgen. Das gilt auch für die Versorgung von Kantinen und Krankenhausküchen.

Wir möchten in unseren Arbeitskreisen auch Ansätze für eine essbare Stadt, aber auch die Versorgung mit Trinkwasser diskutieren und Lösungen vorschlagen.

Darüber hinaus möchten wir das Bewusstsein der Bevölkerung für eine gesunde Lebensweise durch öffentlich wahrnehmbare Aktionen schärfen. Hierzu gehört es auch, verstärkt Schulbauernhofprojekte zu initiieren und bei der Umsetzung zu helfen.

Das Besondere an unserer Initiative ist, daß wir den Ernährungsrat auf dem Fundament vieler bestehender, alter wie junger Initiativen aufbauen und hier Aktive die bisher nebeneinander her arbeiteten, sinnvoll vernetzen und miteinander ins Gespräch und ins Tun bringen. Institutionen der Stadt und Wirtschaft (IHK) werden implizit einbezogen.

Profitieren soll hierdurch die Stadt als Ganzes und jede Bürger*in im einzelnen.

 

Ziel des Ernährungsrat:

Ziel ist es, die Ernährungssouveränität zurück zu gewinnen und das Thema Ernährung in einem demokratischen Diskurs auf die Tagesordnung zu bringen. Möglichst viele Menschen sollen an der Idee und Umsetzung teilhaben. Nicht nur weltweit, sondern auch vor Ort läuft vieles schief im Ernährungssystem. Wenn wir global etwas ändern möchten, müssen wir lokal aktiv werden!

Der Ernährungsrat soll Institutionen beraten, um Fehlentwicklungen auszugleichen. Er soll Bürger*innen verschiedener Interessengruppen miteinander vernetzen und durch Arbeitskreise die diversen Themen der Ernährung und des Klimaschutzes bearbeiten.

 

Was macht eigentlich ein Ernährungsrat?

Kurz und knapp wird dies in dem Film von Valentin Thurn („10 Milliarden – wie werden wir alle satt“) erklärt:

Die Organisatoren des Ernährungsrates Frankfurt konnten zur ersten Informationsveranstaltung am 27. April 2017 ca. 60 interessierte Bürger*innen begrüßen. Nach einleitenden Worten von Joerg Weber, dem Geschäftsführer des Vereins „Bürger für regionale Landwirtschaft und Ernährung e.V.“, der in Frankfurt als Träger der Initiative „Ernährungsrat Frankfurt“ fungiert, erläuterten die weiteren Organisatoren Janina Steinkrüger (Umweltdezernat), Nicole Nefzger (Altionsgemeinschaft ECHT HESSISCH), Paul Fay (Klimagourmet), Imke Eichelberg (Transition Town Frankfurt), Christine Braun (Social Impact Lab Ffm) und Bärbel Prätorius (Slow Food Frankfurt) ihre Beweggründe für den Aufbau eines Ernährungsrates.

Keynote von Valentin Thurn, taste of Heimat (pdf)

 

Wie werden die Aktivitäten des Ernährungsrates in Zukunft weitergeführt?

Wir werden den Ernährungsrat am 30.8.2017 um 18:00 Uhr im Lichthof der IHK Frankfurt (Börsenplatz4, 60313 Frankfurt) unter der Trägerschaft des Vereins Bürger für regionale Landwirtschaft und Ernährung e.V. und mit Pressebeteiligung gründen. Derzeit haben wir über 200 Interessierte auf unserer Einladungsliste vermerkt, die alle zur Gründung eingeladen sind. Die weitere Organisation der drei Arbeitskreise (AK) „Produktion & Vermarktung“, „Konsum & Entsorgung“ sowie „Bildung & Kommunikation“, wie auch die Ernährungsrat-Veranstaltungen erfolgen durch den bereits bestehenden Lenkungskreis des Ernährungsrates.

Bei unseren Arbeitskreistreffen (AK) am 18., 19. und 20.08. konnten wir weitere potentielle Arbeitskreise andiskutieren. Ob diese umgesetzt werden, hat damit zu tun, ob sich genügend Menschen finden, um die Gruppen zu „beleben“.

Im AK Bildung + Kommunikation wurden die folgenden drei mögliche Themenfelder besprochen:

1) Ernährungsqualität in öffentlichen Einrichtungen

2) Ernährungsbildung

3) Kommunikation mit dem Ziel, den Ernährungsrat und seine Ziele in der Stadtbevölkerung und Stadtpolitik bekannt zu machen

Im AK Konsum + Entsorgung waren es:

1) Sensibilisierung durch Praxistipps

2) Plastikfreies Frankfurt/Plastikfreie Lebensmittel –Müllfreier Lieferservice

3) Unterstützung von anderen Formen des Konsums

4) Thema Wasser

5) Klimaschutz

Und im AK Produktion & Vermarktung gab es:

1) Kommunikation und Diskussion der Produktionsbasis

2) Entwicklung und Förderung der lokalen Angebotsstruktur von Lebensmitteln

 

Der Ernährungsrat wird seine Öffentlichkeitsarbeit in Presse und sozialen Medien nach Gründung starten.

Der Lenkungskreis soll um die Leiter*innen der AK`s und durch Personen aus Verwaltung und Wirtschaft ergänzt werden.

 

Unterstützt wird der Ernährungsrat Frankfurt durch die GLS Bank und die Triodos Bank sowie die Plattform Klimagourmet.